Shanthimalai Handicraft Development Society

Hilfe zur Selbsthilfe ist das Ziel des Freundeskreis Indien e.V. und der indischen Partnerorganisation Shanthimalai Research and Development Trusts, der 1986 aus einer privaten Initiative als karitative Non-Profit-Organisation gegründet wurde. Der Aufbau einer ambulanten Klinik und die Ausbildung von medizinischen Dorfhelferinnen waren der Beginn eines umfassenden Dorfentwicklungsprojekts, in das inzwischen 50 Dörfer um die südindische Provinzstadt Tiruvannamalai einbezogen sind.

Um die vielfältige Not der Dorfbevölkerung zu lindern wurden Schulen gebaut und Ausbildungs- und Arbeitsplätze geschaffen.

Frauen haben im ländlichen Südindien meist ein schweres Leben. Schon früh tragen sie die Last der Verantwortung für die ganze Familie mit. Sie werden oft wenig geachtet und für die Verheiratung müssen ihre Familien immer noch ein hohes Brautgeld bezahlen, obwohl dieser Brauch vom Staat offiziell abgeschafft wurde. An eine Ausbildung ist auf Grund der familiären Pflichten oft nicht zu denken, und selbst an der elementarsten Schulbildung fehlt es vielen ganz. Verdienstmöglichkeiten für Frauen beschränken sich auf die harte Arbeit auf dem Feld oder die auszehrende Tätigkeit im Straßenbau.

Angeregt durch den Shanthimalai Trust fanden mehr als 300 Frauen Ausbildung und Arbeit im traditionellen Kunsthandwerk, unabhängig von Religionszugehörigkeit und sozialer Kaste. In acht Dörfern wurden Dorfzentren errichtet, die den Frauen die Produktion vor Ort ermöglichen. Bei der Schaffung von Arbeitsplätzen wurde besonders auf menschenwürdige Arbeitsbedingungen Wert gelegt, wie geregelte Arbeitszeit, fairer Lohn, freundliche Umgebung und medizinische Versorgung. Anfänglich wurden die Werkstätten finanziell vom Trust getragen. Im Frühjahr 2001 schlossen sich die einzelnen Kooperativen zur Shanthimalai Handicraft Development Society zusammen, um den Schritt in die wirtschaftliche Unabhängigkeit zu wagen. Der Ablösungsprozess aus der Sicherheit des Trusts in die Unsicherheit der Selbständigkeit war für viele von großen Ängsten begleitet. Die Erfahrung, dass ihre Produkte der hohen Qualität wegen im In- und Ausland gefragt sind, ermutigte die Frauen jedoch, das Risiko einzugehen und den schwierigen Anfang zu bewältigen. Sie erfahren tagtäglich, dass der Beitrag jeder Einzelnen für die Entwicklung der Kooperative von Bedeutung ist. Sie lernen mehr Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen gemeinsam zu treffen und durchzutragen. Mit Freude und Engagement widmen sie sich der Weiterentwicklung ihres Unternehmens. Das spürbar gewachsene Selbstwertgefühl und die umfassende Verbesserung ihrer Lebenssituation wirken inzwischen auch auf andere Gruppen in ihrer Umgebung als lebendiges richtungweisendes Beispiel.

Im Jahr 2002 wurde der Arbeitskreis Südindien in Deutschland gegründet mit der Zielsetzung, die Kooperativen bei der Suche nach Partnern im fairen Handel und beim Vertrieb der Produkte in Deutschland zu unterstützen.